Fachartikel · 10.8.2025
Mit Internet of Things ist vor allem die Vernetzung physischer Objekte mit dem Internet gemeint. Das können Maschinen, vernetzte Alltagsgegenstände, Geräte und Wearables, aber auch Kleidung sein. Daten, die diese Objekte sammeln, werden für verschiedene Zwecke verwendet.
Möglichkeiten des IoT
Schwachstellen erkennen angesichts wachsender Bedrohungslagen
Mehrere Funktechnologien haben sich in den letzten Jahren marktreif und verlässlich entwickelt. Das führt dazu, dass günstige Sensoren jetzt auch an schwer zugänglichen Orten im industriellen Umfeld Verwendung finden können. Sie lassen sich hervorragend an jeder Art von Anlage und Infrastruktur nachrüsten. Sensoren spielen in einem IoT-Netzwerk eine zentrale Rolle. Sie erfassen Daten aus der realen Welt, übertragen Sie über 5G oder LoRaWAN (Long Range Wide Area Network) an andere Geräte oder Systeme, wo sie zur Analyse und Entscheidungsfindung genutzt werden können.
Einsatz des IoT
Cyberangriffe auf kritische Infrastrukturen können weitreichende und schwerwiegende Folgen haben, wie z. B.
- Betriebsstillstand und Produktionsausfälle
- Datenverlust
- wirtschaftlicher Schaden
- juristische Folgen
- potenzielle Umweltrisiken
Im Zusammenspiel mit der richtigen IT-Infrastruktur spielt das industrielle Internet der Dinge (IIoT) die zentrale Rolle bei der Umsetzung von Smart Industry-Konzepten. Durch Echtzeit-Sammlung & -Analyse großer Datenmengen lassen sich etwa Prozessabweichungen schneller erkennen und korrigieren. IIoT-Anwendungen ermöglichen die vorausschauende Wartung von Anlagen oder stellen Produktqualität sicher. Industrial IoT ermöglicht die Material- & Produkt-Nachverfolgung entlang der gesamten Liefer- & Produktionskette. Neue Technologie und digitale Transformation eröffnen Innovationsmöglichkeiten, legen den Grundstein für Krisenresilienz oder nachhaltiges Wachstum. Smarte Konnektivität, welche auch die besonderen Anforderungen innerhalb des Hochsicherheitsbereiches löst, bietet Unternehmen enormes Potenzial.
Die Einführung vernetzter Systeme und der Einsatz von Industrial Internet of Things (IIoT)-Technologien machen Produktionsprozesse intelligenter und effizienter, erhöhen jedoch gleichzeitig die Angriffsfläche für Cyberbedrohungen.
Regulatorische Anforderungen: NIS2, TKG und ISO 27001 und nationale Vorgaben
Die neuen Vorschriften für die Cybersicherheit von Netz- & Informationssystemen - etwa die EU-NIS2-Richtlinie - verschärfen die Anforderungen an Betreiber kritischer Infrastrukturen, zu denen auch Chemieparks und die dort ansässigen Unternehmen zählen. Betroffene Unternehmen müssen beispielsweise signifikante Sicherheitsvorfälle innerhalb von 24 Stunden melden und nachweisen, welche organisatorischen und technischen Maßnahmen ergriffen wurden.

Das Telekommunikationsgesetz (TKG) verpflichtet Betreiber zur Umsetzung geeigneter technischer und organisatorischer Maßnahmen zum Schutz der genutzten IT-Systeme, insbesondere bei eigenen Netzwerken innerhalb des Geländes (z. B. Private 5G) oder bei der Anbindung an externe Betreiber beziehungsweise Subunternehmer.
Die ISO/IEC 27001-Norm definiert weltweit anerkannte Standardanforderungen für den Umgang und Schutz von Informationen durch die Implementierung eines Informationssicherheitsmanagementsystems (ISMS). Sie unterstützt Unternehmen dabei, systematisch Informationssicherheitsrisiken zu identifizieren, zu bewerten und zu behandeln.
Das BSI-Gesetz und die BSI-Kritisverordnung (BSI-KritisV) sind für IT-Sicherheitsverantwortliche in der chemischen und pharmazeutischen Industrie von zentraler Bedeutung. Sie regeln Meldepflichten, Sicherheitsanforderungen und Prüfpflichten für kritische Infrastrukturen. Die aktuell gültige Fassung basiert weiterhin auf der KritisV, bis das neue KRITIS-Dachgesetz vollständig in Kraft tritt.
Warnsignale aus der Branche: Cyberattacken auf Chemieanlagen häufen sich
In den letzten Jahren gab es mehrere bedeutende Cyberattacken in der chemischen Industrie:
- Die Triton-Malware griff 2017 eine petrochemische Anlage in Saudi-Arabien an und deaktivierte sicherheitskritische Systeme wie Notabschaltungen. Ziel war offenbar die Auslösung einer physischen Katastrophe.
- Die adaptive Schadsoftware-Tardigrade infiltrierte 2021 Biotechnologie-Forschungseinrichtungen. Sie konnte sich selbstständig weiterentwickeln.
- Der Colonial Pipeline Ransomware-Angriff auf das US-Pipelinesystem hatte 2021 massive Auswirkungen auf die Kraftstoffversorgung an der Ostküste der USA.

Unsere Expertise als Chemieparkbetreiber: Wir machen Ihre IT- und OT-Systeme cyberresilient
Mit über einem Jahrzehnt Erfahrung in der Entwicklung und dem Betrieb digitaler Lösungen für Chemieparks bieten wir modulare und praxisnahe Lösungen für ein breites Spektrum an Organisationen:
IIoT-Lösungen
Verbindung von Maschinen, Sensoren und Anlage für eine intelligente Produktion
Schnittstellen zu Produktionssystemen
Nahtlose Integration und Kommunikation zwischen verschiedenen Systemen.
Kommunikations- und Datenleitungen
Sichere und zuverlässige Datenübertragung.
Cloud-Anbindungen
Flexibler und sicherer Zugriff auf Daten und Anwendungen.
Logging- & Auswertesysteme wie Security Information and Event Management (SIEM)
Zentrale Erfassung und Echtzeitanalyse von sicherheitsrelevanten Ereignissen.
Security Operations Center (SOC)
Rund-um-die-Uhr-Überwachung aller sicherheitsrelevanten Systeme und regelmäßige Aktualisierung mit sicherheitsrelevanten Patches.
Beratung zu ISO 27001
Begleitung von der Analyse und Einstufung der Organisation über die GAP-Analyse bis hin zur Projektierung der notwendigen Maßnahmen und gegebenenfalls Erreichung einer erfolgreichen Zertifizierung.