Im Fachbeitrag "Digitalisierung spart Energie" wurde deutlich, wie eine intelligente Heizungssteuerung Unternehmen bei den Themen Effizienz und Nachhaltigkeit unterstützt.
Jetzt geben die Experten im Interview Antworten auf die wichtigsten Praxisfragen zum Thema Smart Heating.
Immer mehr Unternehmen suchen nach Möglichkeiten Energiekosten zu senken. Warum eignen sich Heizkosten ideal als ‘Low Hanging Fruit’?
Michael Niggemann: In Zeiten steigender Energiepreise, ambitionierter ESG-Vorgaben und wachsender Anforderungen an Flächen- und Gebäudeleistung stehen Unternehmen vor der Herausforderung, ihre Büro- & Gewerbeflächen effizienter zu betreiben. Oft werden Gebäude unabhängig davon geheizt, ob und wann Räume genutzt werden oder die Nutzer die zur Verfügung gestellte Temperature tatsächlich verlangen. Eine Automatisierung schafft nicht nur Transparenz, sondern auch eine neue Kontrolle über den Energieverbrauch.
Murat Mutlu: Genau hier setzen unsere IIoT-basierten Digitalisierungslösungen an. Wir vernetzen Gebäude mittels LoRaWAN-Technologie zu intelligenten Systemen. Im as-a-Service-Modell, also investitionsschonend mit sofortiger Wirkung in der Bilanz. Es entsteht eine Daten-Transparenz im gesamten Gebäude. Damit lassen sich die Heizungsanlagen gezielt und bedarfsorientiert steuern.
Wo zeigt sich der strategische Mehrwert der Automatisierung und Fernsteuerung?
Murat Mutlu: Wer digitalisiert, kann Entscheidungen auf Basis von Daten treffen. Diese Daten eröffnen neue Möglichkeiten zur Steuerung und Optimierung. Controlling und Management gewinnen durch die erhöhte Transparenz an Handlungsspielraum.
Zusätzlich liefern die Systeme auditfähige Daten. Compliance-Risiken werden verringert und Nachweise gegenüber Behörden erleichtert. Die Datentransparenz unterstützt die energetische Bilanzierung und verbessert die Darstellung im Nachhaltigkeitsbericht.
Von welcher Erfolgsstory zum Einsatz wartungsfreier LoRaWAN Sensorik können eure Kunden profitieren
Michael Niggemann: Die Telekom ist Eigentümer einer großen Anzahl von Büro- und Technik-Immobilien. In über 100 Ihrer Gebäude mit einer Gesamtfläche von 1,1 Mio. m² setzt die Telekom auf wartungsfreie LoRaWAN Sensorik von enerthing.
In Summe sind dort über 8.000 enerthing-Sensoren im Einsatz, um wertvolle Informationen zu Raumklima und Flächennutzung zu erfassen. Mit diesem Setup konnte die Telekom durch intelligente Gebäuderegelung je nach Standort zwischen 20% und 30% Energie einsparen.
Auch in der Logistik liefern enerSENSE Industry Sensoren verlässlich Daten — auch bei tiefen Temperaturen von bis zu minus 20 Grad. 90+ Logistikstandorte der Nagel Group sind mit ca. 2.000 Sensoren zur Temperaturüberwachung und Dokumentation ausgestattet.
Auch hier dienen die zusätzlichen Messpunkte dazu, den Betrieb zu optimieren und den Energieverbrauch zu reduzieren. Werden Grenztemperaturen unterschritten, dient ein automatisiertes Alarmierungssystem dazu, drohende Schäden zu vermeiden.